Day 1/2: 4./5.02.14 – Ankunft, Haifa

Am 4. Februar 2014, waren wir – eine Gruppe von 30 Jungfreisinnigen im Alter von 20 bis 35 – aus Zürich und Genf angereist und direkt vom Flughafen in Tel Aviv im Car nach Haifa verschoben. Auf unserer Reise wurden wir begleitet von Faustus Furrer, ehemaligem Schweizer Divisionär und Militärattaché und Israelexperte sowie Moshe Gabay, Israeli mit Schaffhauser Dialekt und Bürgerort Appenzell.

Am Mittwoch morgen fuhren wir um 8 Uhr los zur Technion, der technischen Eliteuniversität von Israel. Begrüsst wurden wir vom Direktor für Öffentlichkeitsarbeit, welcher uns eine halbstündige Werbepräsentation hielt, welche seiner Funktion angemessen war. Darin erfuhren wir unter anderem, wie sich Technion stark international vernetzte und bereits Ausbildungskooperationem mit New York und China eingegangen war, so dass man dort bald auch einen Technion-Abschluss erwerben konnte.

Danach hielt uns Prof. em. Shlomo Maital einen Vortrag zum Thema Wirtschaftspolitik und Innovation. Bei der Vorbereitung hatte er wohl ‘liberal’ in der amerikanischen Bedeutung mit sozialdemokratisch verwechselt, so dass er uns mit einem Zitat von Keynes begrüsste und danach von interventionistischer Wettbewerbspolitik schwärmte, wie sie höchstens die Generation unserer Eltern noch für richtig hielt. Danach ging es weiter zum Forschungslabor von Dr. Josué Snitzman, einem ausgewanderten Schweizer, der uns mit grosser Begeisterung von seiner spannenden Vorschung mit nachgebauten Mini-Lungen erzählte.

Insgesamt erhielten wir vom Technium den Eindruck einer Uni mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein, grosser Begeisterung und Professionalität. Bereits vor der Reise erhielten wir vom Technion eine Merchandising-Tasse geschenkt. Und am Tag unseres Besuchs wurde unserem Geburtstagskind Simon Scherrer sogar ein Geschenk überreicht.

Nach Technion fuhren wir weiter zur Militärbasis der Golani-Brigade. Aus Zeitgründen gab es zum Mittagessen Falafel, die wir am Strassenrand aufluden und unterwegs auf einer Raststätte verspeisten.

Bei der Golani-Brigade wurden uns einige Rekruten beim Kurzdistanzschiessen präsentiert. Dafür dass sie bereits in 7. Monat ihrer Ausbildung waren hatten sie noch ziemlich Mühe, die Störungen am Sturmgewehr zu beheben. Mach dem Schiessen gab es eine Fragerunde mit einem Oberleutnant und einem deutschen Rekruten, der nach Israel ausgewandert war, um in der Armee dem Land seiner Vorfahren und dem Zionismus zu dienen und seinen Glauben besser leben zu können. Dabei erlangten wir interessante Einblicke in die Motivation und den Alltag der israelischen Rekruten.

Um 15.30 fuhren via Haifa in den Norden bis an die Grenze zu Libanon, wo wir am Grenzposten vom Verbindungsoffizier empfangen wurden. Die Dame mit ihren rotblonden Haaren und weissem Teint, die eher aussah wie eine holländische Touristin als eine israelische Kriegerin, zeigte uns die Probleme der Grenzpatroullien auf. Von Raketenangriffen über Kidnapping bis zu als Schafhirten getarnte Spione, musste man mit allerlei Unahnnehmlichkeiten umgehen. Die Jungs und Mädels an der Grenze machten dabei einem wesentlich ernsteren und erfahreren Eindruck als die Rekruten im Inland, welche die Einsätze noch vor sich hatten.

Vom Aussenposten hatten wir einen guten Blick aufs Meer und die darin untergehende Sonne. Auch wenn uns die Militärpräsenz daran erinnerte, war es vor dieser Kulisse nur schwer vorstellbar, dass nicht weit hinter der Grenze Raketen nur darauf warteten abgefeuert zu werden.

Es war Abend und damit kühl geworden. Wir verabschiedeten uns von den freundlichen Soldaten und fuhren im Car zurück nach Haifa ins Hotel zum Nachtessen. Nach dem Nachtessen war der Abend zur freien Verfügung. Die meisten gingen noch etwas trinken in Haifa, wobei die Aufenthaltsdauer sehr unterschiedlich lange ausfiel.